Hello Digitalisierung! Teil 2: Digitaler Wandel hat nichts mit Größe zu tun.

Wie Frachtführer und Unternehmer rechtzeitig Marktvorteile sichern.

 

 

 

Logistik 4.0 ist ein Stichwort, das in einer ersten Betrachtung Respekt abnötigt. Man verbindet es mit teuren Anschaffungen wie Equipment oder Software, mit einer eigenen IT Abteilung oder mit viel Aufwand. Als kleines oder mittelständisches Unternehmen im Landverkehr fragt man sich, wie man mit diesen Entwicklungen und Ansprüchen Schritt halten soll.

 

 

Die Sorgen so mancher Unternehmer scheinen berechtigt. Ein Indikator dafür ist die hohe Zahl der Insolvenzen, die alleine im letzten Jahr bei 7% vom Gesamtmarkt lag. Steigende Kosten, Mindestlohn, Maut und immer höhere Anforderungen an die Dienstleistung vermischen sich zu einem manchmal schwer zu verdauenden Cocktail und zu Margen, die sich um die 1,5% Marke bewegen. Und jetzt Logistik 4.0, die ganzheitliche Digitalisierung der gesamten Lieferkette vom Schaf auf der Weide bis zum Pullover in der Boutique. Mitspielen können bald nur noch Unternehmen, die nicht nur entsprechend qualifiziert und zertifiziert sind, sondern auch im digitalen Netzwerk zeitnah und bedarfsgerecht transportieren und alle relevanten Daten automatisiert und in Echtzeit einspeisen.

 

Kein Anlass zu Depressionen

 

Bevor wir in Depressionen versinken, kommen hier ein paar gute Nachrichten. Zum einen beginnen große Logistikdienstleister und auch Verlader aus Produktion und Handel zu verstehen, dass sie in Zeiten von knappem Laderaum und Fachkräftemangel auf gute Transportunternehmen angewiesen sind. Dass diese Partner sind, die Augenhöhe verdienen, weil jeder mit seiner Kompetenz und seinen Fähigkeiten ein wichtiger Teil des Gesamterfolges ist. Dass sie voneinander lernen können und sich gegenseitig unterstützen sollten. Dieser Wertewandel zeigt allmählich Wirkung. Heute heißt es eher „fördern statt feuern“. Umgekehrt beginnen Transportunternehmer die Wettbewerbs-Chancen für sich zu entdecken, die in Servicequalität, Verantwortung und Qualifizierung oder dem Anschluss an technologischen Fortschritt stecken.

 

Die nächste gute Nachricht kommt entgegen aller Erwartung genau aus dieser Technologie-Ecke. Etliche große Logistikdienstleister bieten inzwischen digitale Portale, auf denen sich Frachtführer und Unternehmer registrieren können, nicht nur, um ihre Vorteile ins rechte Licht zu rücken, sondern auch, um mit Leistungen aus der Cloud technologisch mitzuhalten. So können via Apps Statusmeldungen schon direkt von der Straße aus gegeben werden und die rechtzeitige Information aus einem längeren Stau führt vorausschauend zur Umdisponierung an der Rampe. Mit nichts als einem Smartphone und GPS. Dieser Service kostet den Unternehmer in der Regel nichts aber seine Kunden macht es glücklich.

 

So manche Wolkenformation verspricht gute Aussichten.

 

Diese sogenannten Digital Hubs bieten in der Regel aber noch viel mehr Vorteile. Ist es nämlich eine gute Plattform mit einer guten Software im Rücken, dann können sich die registrierten und zugelassenen Unternehmen mit einer konsequenten Pflege ihrer eigenen Daten immer aktuell präsentieren. Sie können aber auch workflows hinterlegen, sich an Aufgaben erinnern oder rechtzeitig darauf hinweisen lassen, ihre Qualifizierungen und Zertifizierungen  zu verlängern. Dinge, die manchmal im Gefecht des operativen Alltags untergehen.

 

Ein Sahnehäubchen dieser geschlossenen Portale ist das Feedback des Logistikdienstleisters, mit dem man versteht, auf welchem Vertrauenslevel man sich in der Hierarchie von teilweise ja  mehreren Tausend angebundenen Unternehmern befindet. Nie war es so leicht, sich selbst zu überprüfen, aus Feedback zu lernen, sich den Markterwartungen anzupassen und somit Entwicklungsschritte zu tun, die eine sichere Auftragslage versprechen.

 

Digitaler Wandel hat überhaupt nichts mit Größe zu tun. Sondern mehr mit der Cleverness, passende Technologie-Angebote rechtzeitig zu erkennen und zu nutzen, um den Anschluss eben nicht zu verlieren.

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